Das Haus in Heidesheim haben wir mit einer lokalen Firma gebaut. Da wir wußten, daß wir von Mainz weg wollten, kam diese Firma nicht mehr in Frage. Aber mit welcher Firma sollten wir sonst bauen?

Die üblichen Verdächtigen für den Hausbau

Von Heidesheim bis zur Musterhaus-Siedlung nach Bad Vilbel ist es nicht weit. Also haben wir uns einige Branchen-Größen herausgesucht und mit den Firmen gesprochen. Eines war schnell klar: es gab kaum einen Unterschied zwischen den Firmen. Alle Musterhäuser waren schön. Die Firmen hatten die gleichen Marketing-Blabla-Slogans: wir sind die besten und die umweltfreundlichsten.

Einige Firmen waren gleich beim ersten Gespräch über unserem Budget. Andere waren nicht einmal an einem Gespräch interessiert. Alle Firmen wollten uns mit technischem Schnickschnack beglücken.

Irgendwann verirrten wir uns zu Gussek-Haus. Der Verkäufer erzählte etwas interessantes: Der eigentliche Wert eines Hauses würde in den Wänden stecken. Der Wandaufbau der üblichen Fertigbaufirmen wäre nicht so optimal. Ich hatte immer gedacht, daß Klinker etwas hübsch anzusehendes für Nordlichter wäre. Daß eine Fassade auch Pflege braucht, hatte ich nie bedacht - eine Klinker-Fassade benötigt dagegen keine Pflege. Ich war von Gussek-Haus nicht wirklich begeistert. Aber ich mußte dem Verkäufer zustimmen.

Webinar bei ImmobilienScout 24

ImmobilienScout hat 2021 einige Webinar-Tage mit verschiedenen Hausbau-Firmen veranstaltet. Jede Stunde ein Vortrag von einer anderen Firma. Die Vorträge waren meistens langweilig und von Menschen, die keine Erfahrung mit Vorträgen hatten. "Meine Firma ist die beste": klaro. Ein Teilnehmer fragte nach dem eigentlichen Unterschied zwischen Holzständerbauweise und konventioneller. Die Antwort war, daß der Unterschied in der umweltschädlichen Herstellung von Zement liege. Das hat sonst keine Hausbaufirma freiwillig erzählt!

Ein wirklich langweiliger Vortrag war von Firma Lechner. Ich fand aber den Wandaufbau super interessant. Die Wände waren vorgefertigt und aus Ton:

Der bis zu 180 Millionen Jahre alte Ton, im Zeitalter des Lias entstanden, bildet den Grundstoff zur Herstellung von klimaPOR®. Das natürliche Rohmaterial wird dabei landschaftsschonend und flächensparend abgebaut. Die Natürlichkeit bleibt auch bei der Weiterverarbeitung zu klimaPOR® – Tonkugeln gewahrt. Nach sorgfältiger Aufbereitung wird der Rohton bei ca. 1.200 °C im Drehofen gebrannt. Dabei verbrennen gleichmäßig die organischen Bestandteile des Tons. Die Kugeln blähen sich auf und es entsteht luftporendurchsetzter, keramischer Liapor-Blähton. Dank der natürlichen Bläh-Eigenschaften des klimaPOR® – Rohstoffes und eines optimierten Produktionsverfahrens, wird eine effiziente Rohstoffausnutzung gebildet. klimaPOR® besitzt eine ideale Kornform. Die Oberfläche ist mäßig rau und geschlossen. Im Inneren findet sich eine gleichmäßige, feine Porenstruktur. Bei geringem Gewicht verfügt klimaPOR® über eine optimale Kornfestigkeit und eignet sich damit besonders gut zur modernen, industriellen Vorfertigung. Auf diese Weise trägt der massive und wohngesunde Baustoff klimaPOR® maßgeblich zum Wert Ihres Hauses bei.

Endlich eine Firma gefunden

Im Oktober 2021 waren wir in Bad Vilbel bei Firma Lechner. Herr und Frau Zittier waren ein Ehepaar mit einem deutlichen thüringischem Akzent und direktem und offenem Auftreten. 

Wichtig für uns war, daß die Firma alles koordiniert und nicht wir. Firma Lechner war die einzige Firma, die uns nicht mit technischem Schnickschnack wie Lüftung oder SmartHome beglücken wollte. Unser aktuelles Haus hat Energieklasse A, was vollkommen ausreichend ist. Wir wollten auf keinen Fall KfW 40 bauen. Es weiß kein Mensch, wie lange die verbaute Technik hält. Außerdem wollten wir mit Keller bauen und damit fällt KfW 40 eh flach.

Firma Lechner hat keinen Bemusterungskatalog. Daher mußten wir einen Ausflug nach Glauchau bei Chemnitz machen. Man schlug uns vor, die Vorbemusterung in zwei Tagen zu machen. In meinen 20 Jahren bei Opel habe ich eines nie gelernt: langsam Auto zu fahren. Also haben wir die Vorbemusterung einem Tag gemacht.

Nach der Vorbemusterung war uns klar, daß wir mit Firma Lechner bauen würden.

Der lange Weg zum Grundstück

Mein großes Hobby ist der Garten. Ich wollte unbedingt wieder einen Garten haben. Unsere vierbeinigen Mitbewohner brauchen auch Auslauf.

Von November 2021 bis März 2022 haben wir uns einige Grundstück angesehen. Entweder waren die Grundstücke gräßlich, furchtbar geschnitten oder am Abgrund.

Im März 2022 war ich frustriert und schaute bei Ebay-Kleinanzeigen nach Grundstücken. Ich suchte 3 Grundstücke im Hunsrück heraus. Eines war gräßlich, eines war recht steil. Das letzte Grundstück in Schwarzen bei Kirchberg war fast eben und mit 1300 qm groß genug. Der Preis paßte auch. Nach einigen Emails und Telefonaten mit den Eigentümern und deren Tochter war klar, daß wir das Grundstück kaufen würden.

Es konnte losgehen!